Jeder kennt ihn. Den
Pluto.
Kleinstplanet unseres Sonnensystems und gleichzeitig so weit entfernt, dass er auf planetaren Karten fast vergessen werden könnte, beträgt seine Umlaufzeit um die Sonne doch fast schier unglaubliche
248 Jahre.
Doch ist der Pluto wirklich ein Planet? Unserem Sonnensystem gehört er zweifellos an, das steht nicht zur Frage, aber gehört er wirklich zu den neun Planeten, die unser Sonnensystem besitzt?
Eine interessante Fragestellung, die nun auf einem
Expertentreffen der Internationalen Astronomischen Union in Prag diskutiert werden soll.
Es sieht derweil nicht gut aus für den Zwerg, wie in einem
Tagesschau-Schlusslicht, auf dem auch dieser Beitrag hier beruht, beschrieben wird.
Das Dilemma: Wenn Pluto seinen Status als Planet behalten dürfte, hätten mindestens 14 andere Himmelskörper mit ähnlicher Spezifikation ebenfalls Anspruch darauf. Manche Astronomen glauben sogar, dass im Rahmen der Gleichstellung dann mehr als 40 potenzielle Kandidaten einen Anspruch auf Beförderung hätten.
Muss in der Wissenschaft wirklich alles seine Richtigkeit haben? Muss es für alles eine Schublade geben, in die es hinein passt?
So ist doch auch jedes Lebewesen einer Klasse und einer Art zugeordnet.
Ich als Mathematiker müsste eigentlich sagen: "Auf jeden Fall sollte die Definition eines Planeten insoweit klar und konkret formuliert sein, dass sich eine Diskussion über den Pluto als einzelnen Planeten erübrigt."
Aber es tut mir Leid ... nein!
Ich will einfach keine Xylophone zählen nur weil ein Himmelskörper, der inoffiziell
Xena heißt (offiziell 2003UB313), größer als Pluto ist.
Irrationales Denken ..

.. kann ich manchmal auch.
Vielleicht sollte man an dieser Stelle einfach eine Ausnahme geltend machen und versuchen eine Regelung zu finden, die die neun Basisplaneten als fix hinnimmt und eine Unterteilung für die Himmelskörper erschafft, welche nach der Entdeckung des Pluto eventuell Bestandteil unserer Eselsbrücke sein müssten.
Es wird interessant zu sehen sein, was die Astronomen in Prag beraten und ob es am 25. August überhaupt ein Resultat gibt.
Ich versuche schnellstmöglich ein Update für diesen äußerst schwerwiegenden Fall anzubringen.
In diesem Sinne,
schaut Euch den Sternenhimmel an .. eventuell ist er bald nicht mehr so wie früher.
UPDATE:
Es ist tatsächlich geschehen. Der Pluto bleibt zwar weiterhin ein Planet, allerdings gibt es wohl in Kürze zwölf anstatt neun Planeten in unserem Sonnensystem.
Ein weiteres
Tagesschau-Schlusslicht fasst dies letztlich wiederum sehr gut zusammen ...
Der klassische Merksatz zur Planetenkonstellation muss dann verworfen werden. "Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unsere neun Planeten" (Merkur Venus Erde Mars Jupiter Saturn Uranus Neptun Pluto) - das funktioniert dann nicht mehr. "Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unsere neuen Planeten Ceres, Charon und Xena" ist zwar lange nicht so schön, findet der kleine Pluto. Aber immerhin noch tausendmal besser als wenn Papa jetzt nur noch an "jedem Sonntag unsere neue Xena" erklären würde. Nein. Niemals.
Ich finde es total doof .. und bin damit auf der Seite des armen kleinen Pluto *schnief*.
Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber was soll man gegen sture Astrologen schon ausrichten?
Grüße, Benni.