Feb 17: Mehr gute Anwendungen vs. mehr Frameworks
Es geht darum, dass in letzter Zeit (andere werden sagen, seit längerem) eine Reihe von PHP-Frameworks veröffentlicht wurde. Daran ist erstmal nichts Schlechtes festzumachen.
Allerdings muss man einfach zugestehen, dass Frameworks wie Unkraut aus dem Boden sprießen. PHP 5 hat seine Zeichen hinterlassen. Der ein oder andere Entwickler möchte eben auch auf den Zug aufspringen, schnell noch das ultimative objektorientierte PHP-Framework "auf dem Markt" zu bringen.
What I always wonder when these things come out is: why are people pouring their talents and energies into frameworks that will probably never have a critical mass instead of building something cool with existing frameworks?
Danke! Egal, ob es nun das Zend Framework, Symfony oder ein anderes Framework ist hinter dem eine gute und kompetente Entwicklergemeinschaft steht ... es ist in meinen Augen definitiv sinnvoller die Arbeit anderer effektiv zu nutzen, anstatt massenhaft Stunden in ein eigenes Framework zu stecken, welches dann oftmals doch nicht an die Möglichkeiten bestehender Frameworks heranreichen.
Natürlich kann man für sich privat ein maßgeschneidertes Framework basteln. Spricht ja gar nichts dagegen, da sich sicherlich auch ein nicht zu unterschätzender Lernprozess dahinter versteckt. Man sollte aber auch darüber nachdenken, wie man die zu Verfügung stehen Zeit am optimalsten und sinnvollsten einsetzt.
Ich spreche da aus Erfahrung.
Ein Projekt der Mitglieder des Developer's Guide scheiterte nicht zuletzt daran, dass zu viel Zeit in die Konzeption eines eigenen Frameworks investiert werden musste.
Ich für meinen Teil habe mich für das Zend Framework entschieden, da ich denke, dass es mit der ersten stabilen Version eine wirklich gute Basis für jegliche Webanwendung mit PHP darstellen wird.
Nunja, die beiden Artikel und die generelle Diskussion zu diesem Thema sei empfohlen. Entsprechende Artikel werden ja eventuell bei planet-php.net abrufbar sein, ansonsten in den Blogs der Diskussionsteilnehmer.
Das ist so ein Thema, wo sich jeder selbst eine Meinung drüber bilden muss.
Ich persönlich finde meine Ansicht in dieser Aussage hier schon recht gut wiedergegeben
Build a cool app. Forget about your own personal stamp on the framework world; you missed the boat on that one. But, if you want to make a mark, the world is wide open for new and cool applications. Pick an existing framework, start building your app, and contribute fixes back to that framework’s community as you find shortcomings in your needs for your app.
In diesem Sinne.
Viel Spaß beim Programmieren.
#1 - Basti 19.02.2007 15:43 - (Antwort)
Hi Ben.
Frameworks sind ja keine Anwendungen, die am Reißbrett entstehen, sondern entwickeln sich aus einer gemeinsamen Code-Basis, die man im Laufe der Zeit für seine Anwendungen angehäuft und verbessert hat. Klar, einige PHP-Frameworks entwickeln sich aus der Absicht heraus z.B. Rails zu portieren, aber wer setzt sich denn hin und sagt: Jetzt programmiere ich ein Framework (eben außer im Kontext von: Jetzt investiere ich mal und löse mal die Kern-Bestandteile meiner Anwendungen raus und fasse sie zu einer schlüssigen Software-Basis zusammen)?
Klar bleibt die Frage, warum überhaupt so eine eigene Code-Basis entwickeln, anstatt auf bestehende Frameworks zu setzen. Ist vielleicht nur meine subjektive Wahrnehmung, aber ich meine, dass es noch nicht so lange PHP-Frameworks gibt (von PEAR mal abgesehen, dass ja auch eher eine Sammlung von Bibliotheken ist, deren Qualität von vielen Entwicklern sehr skeptisch bewertet wird). Symfony hat eine Dokumentation, wie ich sie vorher noch nicht gesehen hab (Ausnahme vielleicht WACT, aber das Wiki dort ist ja auch eher eine Sammlung von allgemeinen Artikeln zum Entwurf von PHP-Anwendungen). Bis auf einige Ausnahmen (die keiner mehr benutzen will, da sie noch für PHP 4 geschrieben sind), kamen die Frameworks mit PHP 5, oder? Angefangen mit Prado, das den Zend Coding Contest gewonnen hat bis hin zum Zend Framework und ezComponents.
Wundert mich also nicht, dass noch nicht so viel auf Frameworks gesetzt wird. Ich vermute mal, es wird auch noch ein wenig dauern, bis sich zeigt, welche der vielen Systeme letztlich erfolgreich sein werden, auch wenn es sicherlich keine Monokultur a la Ruby geben wird.
Aber klar:
Wer jetzt eine Anwendung schreiben will und noch nicht über eine gescheite eigene Code-Basis verfügt, der sollte sich, wenn es von den Lizenzen her passt, eines der vielen Frameworks schnappen und wird damit eine Menge Zeit sparen. Kann ich so also auch nur bekräftigen.
Basti
#1.1 - Benni besagt:
19.02.2007 20:03 - (Antwort)
Hi,
also mir ging es jetzt eher darum, dass man nicht irgendwelche Frameworks für den "allgemeinen Nutzen" veröffentlicht, die eigentlich keinerlei Neuerungen, Verbesserungen etc. anbringen.
Ich hatte beim Schreiben des Artikels an dich gedacht, weil ich weiß, dass du dir selbst etwas schreibst bzw. geschrieben hast. Das ist irgendwie eine andere Sache, wie ich finde.
#1.1.1 - Basti 20.02.2007 03:25 - (Antwort)
Na, ich werd mein Dingens auch irgendwann veröffentlichen, denke ich. Allerdings geht bei mir auch der Weg klar weg von einem Framework hin zu einem CMS. Oder vielleicht ein CMS-Framework, dass aber einen ganz klaren Fokus hat.
Aber abgesehen davon find ich es auch völlig legitim und auch sehr begrüßenswert, seine Arbeit der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. auch, wenn die Unterschiede zu den Arbeiten anderer marginal sind.
Ich glaube, der Wert, viele Möglichkeiten und Ansätze (wenn auch nur für Details) zu haben überwiegt hier gegenüber der Qual der Wahl. Schau dir den Bereich "PHP im eCommerce" an. Das ist doch grausam, was dir hier geboten wird. Klar, wenn osCommerce auch nur halbwegs gescheit entworfen und programmiert wäre, könnte man dort sicherlich auch gut mit einer Monokultur leben, aber mir ists prinzipiell anders lieber.
Basti