Ich habe lange Zeit nicht gewusst wie wichtig es ist sich als Student in Deutschland in studentischen Gremien zu engagieren. Egal, ob im
Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA), im
Studierendenparlament (StuPa), in den Fachschaften der einzelnen Studiengänge oder Fachbereiche, den Fachbereichsräten oder dem Senat.
Studenten haben die Möglichkeit das Geschehen an einer Hochschule mitzuentscheiden. In kleinen Hochschulen, wie z.B. der
Fachhochschule Remagen ist es eventuell einfacher, da man viel eher an Verantwortliche der Verwaltung, Dekane oder Professoren herankommt.
Meine Erfahrung stützt sich damit nur auf das Szenario eines Studiums an einer Fachhochschule mit etwa 2000 Studierenden und lediglich zwei Fachbereichen.
Ich bin in meinem sechsten Fachsemester
AStA-Referent für den Bereich Internet geworden und merke, dass man in dieser Position wirklich Macht hat bzw. entwickeln kann. In Zusammenarbeit mit dem
Event- und dem
Printmedien-Referat des
AStA Remagen sind wir auf einem sehr guten Weg den Studierenden vom Studienbeginn an Aufklärung im Bereich der studentischen Gremien zu geben. Es ist grob gesagt Pressearbeit und Marketing, welches wir – mit Verlaub gesagt – in meinen Augen sehr gut, wenn auch noch nicht optimal betreiben
Viele Probleme an Hochschulen liegen einfach an mangelnder Kommunikation zwischen Studenten und Verantwortlichen. Dabei ist es zunächst egal, ob diese Verantwortlichen Studenten in einem Gremium, Professoren oder Verwaltungsangestellte der Hochschule sind. Wir haben bemerkt, dass der Großteil aller Verbesserungsschläge, die wirklich Potential aufweisen, auf dem Campushof, in der Mensa, beim Stammtisch oder irgendwann anders in Gesprächen einfach verpuffen, da die Studenten einfach nicht wissen, wo sie mit diesen Ideen hinsollen.
Selbstverständlich ist es nicht damit getan, dass man als Ansprechpartner existiert. Man muss natürlich auch gewillt sein Vorschläge der Studentenschaft umzusetzen. Die Aufteilung in (am RheinAhrCampus) zehn Referate ermöglicht es uns durch Arbeitsteilung und Teamwork Vorschläge schnell zu besprechen und „schnellstmöglich“ umzusetzen.
Ich verwende dieses Wort bewusst, da es natürlich oft gar nicht in unserer Hand liegt, ob ein Vorschlag umgesetzt werden kann oder nicht, sofern es um größere Anschaffungen, Veranstaltungen etc. geht, welche mit der Hochschulverwaltung abgesprochen werden müssen.
Einige meiner „alten“ Freunde studieren an großen Universitäten in Mainz, Köln, Bonn oder Berlin. Als ich erzählt habe, ich sei jetzt im
AStA meiner Hochschule wurde ich erst skeptisch angeschaut, da studentische Gremien oftmals als Sammelbecken für extravagante Typen, Schleimer, Workaholics etc. angesehen werden.
Dies kann ich nicht beurteilen. Ich weiß nur, dass unser Team die beste Arbeitsgruppe ist, in der ich jemals als Mitglied dabei sein durfte.
Wir arbeiten akribisch, halten uns an bürokratische Richtlinien, verwalten unser Geld nach Vorschrift, sind aber trotzdem ein lockerer Haufen von einfachen Studenten, die einfach nur etwas Freizeit opfern, um anderen Kommilitonen und natürlich auch sich selbst bessere Studienmöglichkeiten und vor allem mehr Spaß am Studium zu ermöglichen.
Dabei ist es selbstverständlich an der „Tagesordnung“, dass wir auch mal etwas schludern oder mal faul sind. Das ist selbstverständlich und sollte niemandem vorgehalten werden, sofern wir unsere Arbeit, die uns auferlegt wurde pünktlich und komplett ausführen.
Wer in einem Gremium aktiv ist übernimmt Verantwortung, da er für alle Studierenden der Hochschule spricht. Die Wahlbeteiligung ist leider im Regelfall nicht wirklich hoch, nichtsdestotrotz werden Studenten in Gremien gewählt und sind somit Repräsentanten der Studentenschaft. Auch wenn AStA Referenten durch das StuPa eingesetzt und nicht von der Studentenschaft gewählt werden, erhalten sie durch diese Einsetzung Verantwortung.
Somit ist auch das unser Motto zu erklären: „Wir für euch!“
Wir, der
AStA bzw. die Referenten, schuften für unsere Kommilitonen. Oftmals geschieht dies in Ebenen, von denen die Studenten gar nichts mitbekommen, aber von denen sie dann nachträglich doch profitieren.
Das Tolle an der ganzen Sache ist dabei, dass die eigentliche „Arbeit“ als
AStA-Referent so viel Spaß macht, dass man gar nicht merkt, dass man Zeit investiert.
Ich bin mittlerweile in meinem zweiten Jahr als Referent und ich bedaure eigentlich, dass es mein letztes vollständiges Jahr sein wird.
Die Diplomarbeit ist dann doch wichtiger.
Als Fazit möchte ich jedem Studenten, der das hier liest mitgeben, dass es niemals verkehrt ist sich an der Hochschule zu engagieren. Dabei muss man nicht mal in einem Gremium sein, sondern kann auch einfach als „freier Mitarbeiter“ Ideen und Vorschläge einbringen, die dann eventuell aufgefasst und umgesetzt werden.
Ganz nebenbei lernt man Unmengen an Leuten kennen, was in unteren Semestern sicherlich auch nicht das Allerschlechteste ist.
Ich hoffe, dass ich mit diesem Artikel den ein oder anderen Studenten dazu bewegen konnte sich mal über diese Dinge Gedanken zu machen, vielleicht mal an der Hochschule nachzufragen, wie das denn so abläuft, sich einfach zu interessieren.
Wenn ich das erreicht haben sollte bin ich total zufrieden.
Grüße, Benni.