In was für einer Welt leben wir?
Keine neue Frage, sie wurde mit Sicherheit schon gestellt, als es die zivilisierte Menschheit noch gar nicht gab.
Da liest man Berichte über die teilweise
Privatisierung des US-Militärs im Irak und darüber, dass die Mitarbeiter der angestellten Unternehmen eher die
Mentalität von völlig gewissenlosen Brutalos haben, als dass sie ihre Aufgaben gewissenhaft ausführen würden.
So zitiert die Tagesschau den US-Kongressabgeordneten Henry Waxman
"Im Vertrag von Blackwater steht, dass die Firma verpflichtet wurde, defensive Aufgaben zu erfüllen. Aber in den meisten dieser Fälle waren es Blackwater-Beschäftigte, die zuerst gefeuert haben." Das sei bei bei 80 Prozent der Schusswechsel der Fall gewesen.
Defensive Aufgaben also.
Das passt sehr gut zu
Als Blackwater-Leute US-Bürger in Autokonvois transportierten und ihrer Ansicht nach Gefahr drohte, erschossen sie unbeteiligte Passanten. Sie fuhren weiter, ohne sich um die Opfer zu kümmern, rammten Autos. In einem Fall verbrannte ein irakischer Insasse.
Quelle: Tagesschau
Die an einer tödlichen Schießerei Mitte September in Bagdad beteiligten Mitarbeiter der privaten US-Sicherheitsfirma Blackwater haben laut einem Pressebericht nicht nur am Boden, sondern auch aus der Luft auf Iraker geschossen.
Quelle:
AFP
oder?
Die Frage ist doch .. wie kann so etwas überhaupt sein?
Wie kann die selbsternannte Weltmacht USA und ihre Regierung denn Firmen und deren "Mitarbeitern" das Recht geben scheinbar völlig wahllos Menschen in einem fremden Land zu töten?
Wie kann es sein, dass diese Mörder (so hart muss man es ja betiteln),
1200 US-Dollar pro Tag verdienen?
Das Unternehmen ist doch nicht tragbar. Für keine Regierung, für kein Regime der Welt!
Erst
Waffenschmuggel, nun auch noch
Mord im Dienste des Staates.
Die US-Regierung scheint dies aber nicht wirklich zu interessieren, wurde Blackwater zwar kurzzeitig von den Aufgaben abgezogen und suspendiert, nahmen sie doch kurze Zeit später ihre Arbeit wieder auf
Blackwater wieder im Dienst
Auch die Regeln für den Schusswaffeneinsatz würden von "externen Experten" und Anwälten geprüft, hieß es am Freitag. Am selben Tag hatte die zuvor suspendierte Firma Blackwater die Bewachung von US-Diplomaten in Bagdad wieder aufgenommen.
Verrückt! Einfach verrückt! Der
Tagesspiegel schreibt
Im November 2006 beschäftigten 177 Firmen 48 000 Sicherheitsleute im Irak. Das amerikanische Außenministerium berichtet, dass die Kosten für diese Sicherheit zwischen 16 und 22 Prozent der Gesamtkosten der Wiederaufbauprojekte betragen. Bis heute hat der amerikanische Steuerzahler vier Milliarden Dollar für private Schutzdienste im Irak ausgegeben.
Da fällt man doch vom Glauben ab.
Wenn in diesen 177 Firmen nun noch mehr als nur Blackwater einen so schlechten Ruf bzw. mit Anschuldigungen dieser Art zu kämpfen haben, dann kann man von Eierkuchen wohl nicht wirklich sprechen.
Friede und Freude sind sowieso im Irak in sehr weite Ferne gerückt!