Es sind nicht die Computerspiele

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Dez 1: Es sind nicht die Computerspiele

Nach dem Amoklauf von Emsdetten beginnt die endlose Diskussion über ein Verbot von sogenannten „Killerspielen“ von vorne. Martin Breuer hat in seinem Weblog mit „Killerspiele, eine Meinung“ relativ gut getroffen, wo die eigentlichen Versäumnisse liegen.


Es ist traurig das gesellschaftliche Mißstände immer erst durch solche Taten diskutiert werden. Schlimm ist, dass immer vorschnell ein Sündenbock ausgemacht wird. Noch beängstigender ist, dass Leute sich zu Verboten positiv äußern, die wahrscheinlich noch nicht mal einem Spieler dabei zugeschaut haben. Fakt ist, es ist weder wissenschaftlich bewiesen, noch widerlegt, dass Egoshooter gewaltfördernd sind.


Sein Fazit trifft es auch in meinen Augen auf den Punkt. Natürlich klingt dies sehr philosophisch, wenn man von „gesellschaftlichen Missständen“ spricht, aber es trifft den altbekannten Nagel wohl auf den Kopf.
Fakt ist einfach, dass dieser Amoklauf hätte verhindert oder zumindest erschwert werden können, wenn der Verkauf von Waffen stärker reguliert und kontrolliert werden würde.
Ich stelle einfach mal eine Frage in den Raum.
Wozu genau braucht ein normaler Bürger einen Waffenschein, der weder beruflich noch in seinem Sport mit Schusswaffen zu tun hat?
In meinen Augen haben (Schuss-)Waffen generell nichts im Alltag zu suchen. Das ist eine sehr krasse und idealistische Ansicht, allerdings sehe ich in ihr nur Vorteile. Natürlich ist eine Regulierung dieser Intensität nur schwer umsetzbar, aber es anzusprechen sollte nicht verboten sein.

Das Problem liegt faktisch nicht an „Killerspielen“ oder Ähnlichem. Ohne eine Studie als Stütze meiner Aussage vorlegen zu können behaupte ich, dass ein gewalttätiger Mensch eher eine Person erschießt, als sie mit einem Messer aufzuschlitzen. Womit man wieder bei den Schusswaffen und der Einfachheit der Beschaffung von Schusswaffen ist.
Weiterhin kann ein Film oder Spiel oder .. noch so gewaltverherrlichend sein. Es würde z.B. aus mir niemals einen Amokläufer machen. Warum nicht? Nun, das hat wohl auch eine Menge mit Erziehung und dem gesellschaftlichen Umfeld sowie der sozialen und allgemeinen Bildung zu tun.
Oha, hört man da das Stichwort „Bildung“? Ja, genau das hört man. Hierbei geht es aber nicht um schulische Bildung, sondern um die soziale Kompetenz, die man in seiner Kindheit normalerweise erlernen sollte. Als ob dieser Amoklauf der einzige Vorfall dieser Art wäre. Ob es sich dabei um Handyvideos von Misshandlungen oder Überfälle und Terrorisierungen von Anderen geht. Oftmals kommen die Täter aus sozial schwächeren Strukturen.

Was redet der da? Was hat das nun mit dem Amoklauf zu tun?
Alles. Dieser medienwirksame Amoklauf war einfach nur mal wieder eine Spitze. Ein Mensch, der zum Äußersten gegriffen hat. Aber es passiert jeden Tag. Jeden Tag passieren kleinere Delikte, die aber von der Intention nicht weniger schlimm sind. Auch dort geht es z.B. um Rache!

Aussagen von Politikern, die scheinbar mit einem Verbot von gewaltverherrlichen Computerspielen ein Allzwecklösung erzwingen wollen, sind in meinen Augen bloße Augenwischerei. Die Leute wollen nun Aktion sehen, es soll etwas geschehen. Weil die Politiker aber die Gründe für diese Missstände genau kennen und wissen, dass man aufgrund von finanziellen und politischen Aspekten diese Mängel im Bildungswesen nicht kurzfristig lösen kann, werden medienwirksame Alternativen gesucht.
Seien wir mal ehrlich:

AMOKLAUF IN EMSDETTEN – TÄTER ÜBTE MIT KILLERSPIELEN

Mir ist nicht bekannt, was das Magazin mit den vier großen Buchstaben als Schlagzeile verwendet hat, aber wenn man das so liest .. jou, das ist medienwirksam. Egal, ob es der Realität entspricht oder nicht!

Ich würde an dieser Stelle meinen Text gerne mit einer Lösung des Problems beenden, aber ich bin leider auch nicht allwissend und kann nur auf die Problematiken, wie ich sie sehe verweisen.
Nicht Computerspiele sollten verantwortlich gemacht werden, sondern zum Einen die Gesetze, die den Waffenkauf unkontrolliert ermöglichen und zum Anderen diejenigen, die nicht einsehen wollen, dass Deutschland, gepriesen als Sozialstaat, so langsam aber sicher abrutscht.

Ich diskutiere gerne mit Euch über meine Meinung und bin auch nicht stur, was diese betrifft. Falls noch nicht getan empfehle ich Euch den Artikel von Martin Breuer, den ich zu Beginn aufgegriffen und verlinkt habe.

Viele Grüße,
Benni.
Kategorien: Politik Kommentare: (3) Trackbacks: (0)

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#1 - WarrenFaith besagt:
01.12.2006 15:00 - (Antwort)

Full acknowledge!
Als kleinen Anhang kann ich noch folgenden Artikel empfehlen.

#2 - Benni besagt:
03.12.2006 22:26 - (Antwort)

Ich habe gerade über robos Blog folgenden Artikel gefunden:
--> http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,449970,00.html

Kann man auch mal lesen...

Und als Nachtrag kann man nur sagen: Ich glaube, jetzt spinnen echt alle ...

#3 - Benni besagt:
21.12.2006 20:38 - (Antwort)

Jau ...
http://www.heise.de/newsticker/meldung/82894

---
Bundesjustizministerin Brigitte Zypries hat die Diskussionen um ein Verbot von brutalen PC-Spielen derweil im Gespräch mit Welt.de als "schönes Beispiel für den Überbietungswettbewerb in Politik und Medien" ausgemacht. Sobald etwas als Missstand wahrgenommen werde, ertöne der Ruf nach neuen Gesetzen. "Dabei sind Killerspiele längst verboten", betonte die SPD-Politiker noch einmal. "Seit der Gesetzesänderung im Jahre 2004 kann strafrechtlich wirksam gegen ihre Verbreitung vorgegangen werden. Wir müssen aufpassen, dass wir die Glaubwürdigkeit der Politik nicht durch Phantomdebatten belasten."
---

Danke!


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