Jun 13: Das, was die Menschen am ehesten brauchen
Jeder kennt ihn: Knut.
Es gibt tausende Artikel, Fotos, Videos und Blogeinträge zum kleinen Eisbär aus Berlin. Ich wollte schon vor einiger Zeit mal meine Gedanken zum Knut-Hype zum Besten geben und habe mir eben während des Brötchenholens beim Bäcker um die Ecke nochmals Gedanken zu der Frage gemacht warum dieser Eisbär eine solche Popularität in der Presse erhalten hat?
Ist es nicht komisch, dass die Geburt eines Eisbären einen solchen Effekt haben kann? Ich weiß nicht, welche Zeitung oder welcher Nachrichtendienst die Meldung als Erstes veröffentlichte, aber Tatsache ist, dass über Wochen hinweg dieser kleine, durchaus putzige Bär die Boulevardblätter beherrschte. Robby Williams und Paris Hilton waren da zeitweilig völlig „out“.
Angebot und Nachfrage regulieren sich bekanntlich selbst. Das ist auch in der Presse so, jedenfalls meistens.
Die Menschen hatten mit diesem Ereignis irgendwas gewonnen. Irgendwas gefiel den Menschen daran, dass sie dieses kleine, süße, völlig unschuldige Eisbärenbaby im Fernsehen sehen konnten.
Mit etwas Abstand sehe ich Knut als das, was vielen Menschen eventuell einfach gefehlt hat. Etwas, was durch und durch froh, glücklich, unschuldig, sorgenlos ist bzw. wirkt. Wie der kleine Bär durch sein Gehege hüpft, wie er mit seinem Pfleger schmust und kuschelt .. hat schon eine gute Wirkung.
Es ist doch erstaunlich, dass wir uns an solch kleinen Sachen erfreuen können. Der Fall „Knut“ ist natürlich letztlich zum PR-Gemetzel geworden. Patenschaft von Sigmar Gabriel, der nach Beendigung seiner Ministertätigkeit höchstwahrscheinlich keine Sekunde mehr freiwillig im Berliner Zoo vorzufinden ist, wöchentliche Statusberichte in Boulevardblättern und –Sendungen .. kurzum eine Menge positiver Publicity für diejenigen, die schnell genug waren, um sich den Bären zu Nutze zu machen!
Es gibt tausende Artikel, Fotos, Videos und Blogeinträge zum kleinen Eisbär aus Berlin. Ich wollte schon vor einiger Zeit mal meine Gedanken zum Knut-Hype zum Besten geben und habe mir eben während des Brötchenholens beim Bäcker um die Ecke nochmals Gedanken zu der Frage gemacht warum dieser Eisbär eine solche Popularität in der Presse erhalten hat?
Ist es nicht komisch, dass die Geburt eines Eisbären einen solchen Effekt haben kann? Ich weiß nicht, welche Zeitung oder welcher Nachrichtendienst die Meldung als Erstes veröffentlichte, aber Tatsache ist, dass über Wochen hinweg dieser kleine, durchaus putzige Bär die Boulevardblätter beherrschte. Robby Williams und Paris Hilton waren da zeitweilig völlig „out“.
Angebot und Nachfrage regulieren sich bekanntlich selbst. Das ist auch in der Presse so, jedenfalls meistens.
Die Menschen hatten mit diesem Ereignis irgendwas gewonnen. Irgendwas gefiel den Menschen daran, dass sie dieses kleine, süße, völlig unschuldige Eisbärenbaby im Fernsehen sehen konnten.
Mit etwas Abstand sehe ich Knut als das, was vielen Menschen eventuell einfach gefehlt hat. Etwas, was durch und durch froh, glücklich, unschuldig, sorgenlos ist bzw. wirkt. Wie der kleine Bär durch sein Gehege hüpft, wie er mit seinem Pfleger schmust und kuschelt .. hat schon eine gute Wirkung.
Es ist doch erstaunlich, dass wir uns an solch kleinen Sachen erfreuen können. Der Fall „Knut“ ist natürlich letztlich zum PR-Gemetzel geworden. Patenschaft von Sigmar Gabriel, der nach Beendigung seiner Ministertätigkeit höchstwahrscheinlich keine Sekunde mehr freiwillig im Berliner Zoo vorzufinden ist, wöchentliche Statusberichte in Boulevardblättern und –Sendungen .. kurzum eine Menge positiver Publicity für diejenigen, die schnell genug waren, um sich den Bären zu Nutze zu machen!
Aber darum geht es eigentlich nicht. Dieser PR-Kram interessiert mich nicht, da ich genau weiß, dass es nur Marketingzwecke sind, die Politiker und Co. bei solchen Ereignissen auf den Plan rufen.
Zurück zum eigentlichen Thema.
Hm, was ist das Thema? Genau .. die Tatsache, dass wir uns noch über Kleinigkeiten freuen können und die Frage, warum wir diese Kleinigkeiten förmlich suchen!
Ich kann da nur von mir persönlich ausgehen, denke aber, dass ich nicht allein dabei bin. Es ist einfach so, dass ich die tagtäglichen Nachrichten mittlerweile größtenteils nur noch über das Internet beziehe, weil ich so besser selektieren kann, was mich interessiert. Möchte ich wirklich etwas sehen, so gibt es die Tagesschau ja ohne Probleme auch als Stream. Die Standardthemen wie „Tote bei Kämpfen in den Palästinensergebieten“, „Erdbeben und Überschwemmungen in Südostasien“, „Tote nach Bombenanschlag in Bagdad“, etc. muss ich mir einfach nicht jeden Tag geben. Und genau weil mich diese Berichterstattung über diese Themen so abgehärtet hat, dass es mir fast schon am A**** vorbeigeht, wenn im Irak mal wieder 45 Menschen bei einem Selbstmordattentat gestorben sind, bin ich persönlich froh, wenn ich Nachrichten finde, die einfach etwas Positives ohne „wenn“ und „aber“ darstellen.
Meiner Ansicht nach war Knut genau so etwas. In der Öffentlichkeit bekannt gemacht war es dieses Mal nicht nur für wenige, sondern für sehr viele Menschen eines der Ereignisse, die man indirekt sucht, weil sie einem einfach Ablenkung von den tristen, zumeist negativen Themen der täglichen Nachrichten bringen.
Diese Erlebnisse habe ich durchaus öfter, auch wenn ich nicht nach ihnen suche (jedenfalls nicht bewusst). Egal, ob es das kleine Löwenbaby im Neuwieder Zoo ist, die Geburt des Sohnens eines Remagener Bloggers, die Information, dass ich aufgrund meines Prüfungszeitplans vielleicht schon zwei Tage früher und damit länger mit meiner Freundin in Urlaub fahren kann, das Bild des sich küssenden Senioren(ehe)paars, welches ich eben auf dem Weg vom Bäcker zurück aufgesogen habe und viele andere kleine Sachen, die einem eventuell nur kurz im Gedächtnis bleiben!
Diese Sachen suchen wir, auch wenn es unbewusst ist. Wenn wir sie dann finden oder ihnen einfach über den Weg laufen, dann sind wir zumindest für Bruchteile von Sekunden mit einem Lächeln gesegnet und dann hat es sich doch gelohnt?
Meint ihr nicht auch?
Meiner Ansicht nach sollten viel mehr über positive Sachen in den Nachrichten berichtet werden. Dann wird in der Tagesschau der Bericht über Dopingverfahren halt mal ausgesetzt oder auf eine zusätzliche „bad news“-Sendung ab 22:00 Uhr verwiesen.
Wir brauchen positive Nachrichten und davon eine Menge. Dummerweise macht man damit nicht so viel Geld, wie mit schlechten bzw. Sensationsnachrichten.
Ich bin weiter im World Wide Web wie im realen Leben auf der Straße auf der Suche nach den kleinen Dingen, die einen einfach nur zeigen, dass es auch Sachen außerhalb von Steuerproblemen, Terrorismus-Panikmache, teurem Benzin, Tod, Krankheit und Folter und all den anderen negativen Nachrichten gibt.
Viel geschrieben, eine Menge durcheinander ... aber letztlich habe ich mir nun mal Luft verschafft.
Ich höre gerne Kommentare ... da ich schon denke, dass da jeder eine andere bzw. abgeänderte Auffassung von hat oder haben könnte.
--
Information:
Der Text ist am gestrigen Dienstag entstanden, aber ich bin erst heute dazu gekommen, ihn auch im Weblog zu veröffentlichen.
Zurück zum eigentlichen Thema.
Hm, was ist das Thema? Genau .. die Tatsache, dass wir uns noch über Kleinigkeiten freuen können und die Frage, warum wir diese Kleinigkeiten förmlich suchen!
Ich kann da nur von mir persönlich ausgehen, denke aber, dass ich nicht allein dabei bin. Es ist einfach so, dass ich die tagtäglichen Nachrichten mittlerweile größtenteils nur noch über das Internet beziehe, weil ich so besser selektieren kann, was mich interessiert. Möchte ich wirklich etwas sehen, so gibt es die Tagesschau ja ohne Probleme auch als Stream. Die Standardthemen wie „Tote bei Kämpfen in den Palästinensergebieten“, „Erdbeben und Überschwemmungen in Südostasien“, „Tote nach Bombenanschlag in Bagdad“, etc. muss ich mir einfach nicht jeden Tag geben. Und genau weil mich diese Berichterstattung über diese Themen so abgehärtet hat, dass es mir fast schon am A**** vorbeigeht, wenn im Irak mal wieder 45 Menschen bei einem Selbstmordattentat gestorben sind, bin ich persönlich froh, wenn ich Nachrichten finde, die einfach etwas Positives ohne „wenn“ und „aber“ darstellen.
Meiner Ansicht nach war Knut genau so etwas. In der Öffentlichkeit bekannt gemacht war es dieses Mal nicht nur für wenige, sondern für sehr viele Menschen eines der Ereignisse, die man indirekt sucht, weil sie einem einfach Ablenkung von den tristen, zumeist negativen Themen der täglichen Nachrichten bringen.
Diese Erlebnisse habe ich durchaus öfter, auch wenn ich nicht nach ihnen suche (jedenfalls nicht bewusst). Egal, ob es das kleine Löwenbaby im Neuwieder Zoo ist, die Geburt des Sohnens eines Remagener Bloggers, die Information, dass ich aufgrund meines Prüfungszeitplans vielleicht schon zwei Tage früher und damit länger mit meiner Freundin in Urlaub fahren kann, das Bild des sich küssenden Senioren(ehe)paars, welches ich eben auf dem Weg vom Bäcker zurück aufgesogen habe und viele andere kleine Sachen, die einem eventuell nur kurz im Gedächtnis bleiben!
Diese Sachen suchen wir, auch wenn es unbewusst ist. Wenn wir sie dann finden oder ihnen einfach über den Weg laufen, dann sind wir zumindest für Bruchteile von Sekunden mit einem Lächeln gesegnet und dann hat es sich doch gelohnt?
Meint ihr nicht auch?
Meiner Ansicht nach sollten viel mehr über positive Sachen in den Nachrichten berichtet werden. Dann wird in der Tagesschau der Bericht über Dopingverfahren halt mal ausgesetzt oder auf eine zusätzliche „bad news“-Sendung ab 22:00 Uhr verwiesen.
Wir brauchen positive Nachrichten und davon eine Menge. Dummerweise macht man damit nicht so viel Geld, wie mit schlechten bzw. Sensationsnachrichten.
Ich bin weiter im World Wide Web wie im realen Leben auf der Straße auf der Suche nach den kleinen Dingen, die einen einfach nur zeigen, dass es auch Sachen außerhalb von Steuerproblemen, Terrorismus-Panikmache, teurem Benzin, Tod, Krankheit und Folter und all den anderen negativen Nachrichten gibt.
Viel geschrieben, eine Menge durcheinander ... aber letztlich habe ich mir nun mal Luft verschafft.
Ich höre gerne Kommentare ... da ich schon denke, dass da jeder eine andere bzw. abgeänderte Auffassung von hat oder haben könnte.
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Information:
Der Text ist am gestrigen Dienstag entstanden, aber ich bin erst heute dazu gekommen, ihn auch im Weblog zu veröffentlichen.
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